SACKMANN PAYER UND QUERFELD EINS ENTWERFEN QUARTIER AM BAHNHOF SOEST

© Sackmann Payer / QUERFELD EINS

Der aktuelle Siegerentwurf wurde in einer zwölfstündigen Jury-Sitzung ermittelt und ist das Ergebnis einer Zusammenarbeit von Sackmann Payer Architekten aus Berlin und QUERFELD EINS Landschaft | Städtebau | Architektur aus Dresden. Der Siegerentwurf überzeugte am Ende mit dem Ziel ein urbanes Quartier zu schaffen, dass mit hohem Vernetzungsgrad und hochqualitativen Aufenthaltsflächen punktet.

Grüne Korridore bieten üppige Erholungs- und Freizeitflächen

Als Grundlage dafür teilt sich das zukünftige Quartier in zwei Stadtfelder: Im Norden entsteht ein Wohnquartier aus insgesamt fünf Baufeldern, die sich als Inseln in das Grünsystem einfügen. Im südlichen Stadtfeld entstehen drei kleinere Baufelder die sich ebenso als Baugruppen in das Grüngefüge integrieren. Im Westen des Quartiers entsteht als neuer zentraler Freiraum das Landschaftsbauwerk aus der abgetragenen und hier gelagerten Erdschicht. Neben den neu entstehenden Blickbeziehungen zur umgebenden Landschaft und zum Zentrum der Stadt Soest, entstehen von hier ausgehend neue Grünverbindungen in die angrenzenden Quartiere. Der von West nach Ost verlaufende Grüne Korridor trennt die beiden Stadtfelder und schafft neben seiner Funktion als wohnortnahe Erholungs- und Freizeitfläche eine grüne Verbindung zum Bahnhof und zum Zentrum der Stadt Soest.

© Sackmann Payer / QUERFELD EINS

Nach Norden bindet ein grüner Finger die nördlich angrenzenden Stadtquartiere und den übergeordneten Landschaftsraum an. Nach Süden verknüpft das Landschaftsbauwerk die bestehende Radwegeverbindung und deren Grünzug mit dem neuen Quartier. Zwischen den Baufeldern bzw. den Inseln, entstehen ebenfalls kleinere grüne Fugen. Diese vernetzen sich in Nord – Süd Richtung mit den angrenzenden Quartieren und übergeordneten Freiräumen. Hier sollen wohnortnahe Spielflächen entwickelt werden. So ist es möglich abseits der motorisierten Verkehrswege und ausgehend von der privaten Parzelle durch das Grünsystem in die angrenzenden Quartiere und übergeordneten Freiräume zu gelangen. Der zentrale Spielbereich für das gesamte Quartier verortet sich am Fuße des Landschaftsbauwerks.

Der Durchgangsverkehr wird vollständig ausgeklammert. Die zukünftigen Bewohner der rund 200-300 Wohneinheiten können ihre eigenen Autos in drei Quartiersgaragen abstellen und Besucher finden ausreichend Abstellmöglichkeiten entlang der Wohnstraßen. Ein eigenes Fuß- und Radwegenetz bietet zudem eine sichere Verbindung zwischen den Wohneinheiten, Inseln und den weiteren Grünflächen.

Einfache Gebäudetypen ermöglichen eine schnelle Fertigstellung

Die Wohnbauten selber sind sehr pragmatisch und eher einfach geplant. Für die Neubauten wird ein ein klassischer Gebäudetypus mit einem rationalen Konstruktionsraster vorgesehen. Die gebräuchliche Konstruktion aus Stahlbeton setzt sich aus den umlaufenden Fassadenstützen- bzw. – wänden, aussteifenden Kernen und Innenstützen zusammen. Durch das stringente, einfache Tragwerk und die weitestgehend durchgängige Konstruktion mit wenigen Detaillösungen sind hochwirtschaftliche und gleichzeitig flexible Bauwerke umsetzbar. Der hohe Einsatz von vorgefertigten Elementen ermöglicht eine minimierte Realisierungszeit. Schließlich sollen schon 2023 die ersten Menschen ihr neues Zuhause beziehen.

Flexible Gestaltungsmöglichkeiten

© Sackmann Payer / QUERFELD EINS

Die Fassadengestaltung der Gebäude ist durch eine vertikale Gliederung aus Sockel, Schaft und Dach gekennzeichnet. Eine robuste wie hochwertige Verkleidung aus keramischen Fliesen markiert den Sockel, in welchem sich die eindeutig ablesbaren Eingänge der Wohnhäuser befinden. Durch klare Gestaltungsprinzipien, wie wiederkehrende Proportionen, ruhige Gliederungselemente, hell verputzte Fassaden und modulare Fenstertypen, entsteht ein Ensemble mit hoher baulicher Qualität. Die individuelle Variation serieller Elemente, wie Fenster, Loggien und Staffeln, erzeugt eine große strukturelle Gestaltungsfreiheit unter Wahrung einer einheitlichen Gesamterscheinung.

Nachhaltigkeit

Bei der Entwicklung des neuen Quartiers sollen alle Aspekte einer nachhaltigen umwelt- und flächenschonenden Bauweise beachtet werden. Um solare Energiegewinne abzuschöpfen wird die Bebauung weitestgehend nach Süden ausgerichtet. Abstände und Verhältnis der Gebäude zueinander reduzieren eine mögliche Verschattung und sorgen für eine gesunde Wohnumgebung. Eine dezentrale Energieversorgung durch beispielsweise ein Blockheizkraftwerk ist gewünscht und problemlos möglich. Regenerative Energien wie Solarenergie und Solarthermie können flächendeckend installiert werden. Dach- und Fassadenbegrünung begünstigen ein ausgeglichenes Quartiers- und Gebäudeklima. Kurze Wege im Quartier und eine gute Anbindung auch abseits der motorisierten Verkehrswege an die Versorgungsbereiche des Stadtteils Venn sorgen für eine umweltfreundliche und gesunde Lebensweise. Zahlreiche neue Gehölzpflanzungen verbessern das Quartiersklima zusätzlich. Trockenheitsverträglichen Gehölzen gelingt es auch während Dürreperioden ohne hohen Pflegeaufwand zu überdauern. Im Bereich der Bodenüberdeckung werden flachwurzelnde, kleinkronige Gehölze gewählt.

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