BANGALORE: UNSTUDIO PRÄSENTIERT KALE TOWN CENTRE

© UNStudio

Das indische Silicon Valley

In den vergangenen Jahren hat sich die Metropole Bangalore zum indischen „Silicon Valley“ entwickelt. Im Zentrum der Stadt reiht sich ein IT-Unternehmen an das andere. Grund genug für das dänische Architekturbüro UNStudio einen Masterplan zu entwerfen, der diese Entwicklung aufgreift: Karle Town Centre soll künfig nicht nur als „Smart City“ das technologische Herz Bangalores, sondern darüber hinaus auch ein attraktives Stadtquartier für die Beschäftigen und ihre Familien werden.

Futuristische Architektur

Entlang des heutigen „Manyata Tech Parks“ plant UNStudio mehrere Gebäude mit variierenden, abgerundeten Ecken, deren Fassaden allesamt mit der eigens von UNStudio und Monopol Colors entwickelten weißen Farbe „The Coolest White“ verputzt werden. Dieser besondere Anstrich absorbiert Wärmeeinstrahlung und hilft Städten so, nachhaltiger zu werden, da sie den Einsatz von Klimaanlagen sowie die Bildung städtischer Hitzeinseln reduziert. Darüber hinaus sorgen Dachgärten an verschiedenen, strategisch berechneten Punkten für Schatten und angenehme Luftzirkulation innerhalb der Stadt. Die Pläne hierzu entwickelte das UNStudio-eigene Architekturtechnologieunternehmen UNSense in Kooperation mit Karle Infra, einem indischen Unternehmen für städtische Infrastrukturplanung.

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Evaluation der Bedarfe des alltäglichen Lebens

Um die Lebensqualität innerhalb des Karle Town Centre stetig weiterzuentwickeln, planen die Unternehmen, das gesamte Gebiet mit Sensoren zu versehen, die fortlaufend Daten der Bewohner und Beschäftigten aufzeichnen, die Auskunft über das urbane Leben geben. „Unser Ziel ist es, das Verhalten der Bewohner und Beschäftigen so zu analysieren, dass wir Rückschlüsse auf das urbane Leben ziehen und die Bedarfe der Einwohner evaluieren können“, erklärt Ben van Berkel, Mitbegründer von UNStudio. „Mithilfe dieser Daten können wir Lösungen erarbeiten, wie wir gesündere Lebensräume realisieren sowie soziale Interaktion fördern, und so unsere Freizeit wertvoller gestalten können.“

Autofreie Zone für Karle Town Centre

Vor diesem Hintergrund sieht der Masterplan ebenfalls vor, den Großteil des Karle Town Centres als autofreie Zone zu gestalten und Verkehr nur auf bestimmten Straßen freizugeben. Neben den charakteristischen weißen Gebäudekomplexen soll KTC primär durch viel Grün in Form von Gärten und Parks dominiert werden, deren Planung das Amsterdamer Studio Baljon Landscape Architects übernimmt. Auf klein-skalierter Ebene spiegelt das Stadtmobiliar die Form der Gebäude-Kubaturen wider und verleiht KTC so einen einheitlichen Look.

Architektur trifft Landschaftsplanung

Neben mischgenutzten Gebäuden mit Wohnungen und Geschäften, entsteht im Zentrum ein Theater umringt von zahlreichen Plätzen, erhöhten Geschäften und Amphitheater-ähnlichen Treppen, die als öffentliche Begegnungsstätten fungieren. Entlang des Ufers des Nagavara-Sees sorgt eine neu angelegte Strandpromenade für zusätzliche Aufenthaltsqualität.

Der Masterplan zu Karle Town Centre zeigt einmal mehr, wie sich Architektur und Landschaftsplanung gegenseitig beeinflussen und eine sinnvolle Einheit bilden, von der nicht nur alle Beteiligten profitieren, sondern die auch identitätsstiftend wirkt.

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