TRANSAKTIONSMARKT FÜR GESUNDHEITSIMMOBILIEN TROTZT DER KRISE

Im ersten Halbjahr 2020 betrug das Transaktionsvolumen am Investmentmarkt für Gesundheitsimmobilien 888 Millionen Euro. Das ist eine Steigerung von sechs Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Bereits im ersten Halbjahr konnten über 70 Prozent des zehnjährigen Durchschnitts des Transaktionsvolumens für das Gesamtjahr in Höhe von 1,24 Milliarden Euro erreicht werden. Dies ist das Ergebnis einer aktuellen Analyse des globalen Immobiliendienstleisters CBRE.

„Nicht zuletzt die aktuell rezessive Marktphase, die wir als Folge der Corona-Pandemie erleben, sorgt verstärkt für eine steigende Nachfrage nach defensiven und konjunkturunabhängigen Immobilienanlagen. Dabei schätzen institutionelle Investoren besonders Gesundheits- und Sozialimmobilien, die durch ihren nachhaltigen Cashflow überzeugen können“, sagt Dirk Richolt, Leiter Gesundheitsimmobilien bei CBRE in Deutschland. Auch durch die anhaltende Alterung der Gesellschaft wird es ungeachtet gegenwärtiger wirtschaftlicher Entwicklungen einen weiter steigenden Bedarf an Einrichtungen für Pflege oder betreutes Wohnen geben, sowohl bei Neubauten als auch bei Sanierungen im Bestand.

Inländische Investoren während der Corona-Krise besonders wichtig

Im zweiten Quartal waren vor allem deutsche Investoren am Marktgeschehen beteiligt und zeigten sich für 76 Prozent des Investitionsvolumens verantwortlich. Der Grund dafür liegt vor allem in der Erschwernis internationaler Reisen, was ausländischen Investoren zuvor geplante Transaktionen in Deutschland im zweiten Quartal erschwerte. Entsprechend konnten deutsche Investoren ihren Anteil im Vergleich zu den drei vorhergehenden Quartalen mehr als verdoppeln, wobei die Quote bei durchschnittlich 30 Prozent lag. Für das erste Halbjahr 2020 kumuliert, bedeutet dies einen Anteil von 54 Prozent für inländische Investoren (plus 16 Prozent zum Vorjahreszeitraum). Auch Investoren aus den BeNeLux-Staaten waren in diesem Halbjahr mit 36 Prozent besonders stark vertreten. 56 Prozent (plus 29 Prozentpunkte) des Transaktionsvolumens entfielen im ersten Halbjahr 2020 auf Portfoliodeals, was einem Zuwachs von 121 Prozent zum Vergleichszeitraum entspricht.

Pflegeheime besondern beliebt

Mit einem Anteil von 62 Prozent (plus 82 Prozent auf 553 Millionen Euro) stellten Pflegeheime mit Abstand die wichtigste Nutzungsart dar, gefolgt von betreutem Wohnen mit 26 Prozent (228 Millionen Euro). Der Anteil der Nutzungsarten Ärztehäuser (44 Millionen Euro) und Kliniken (47 Millionen Euro) mit jeweils fünf Prozent – reduzierte sich teils stark, wobei das Transaktionsvolumen dieser Segmente grundsätzlich vergleichsweise gering und somit sehr volatil ist. Aus diesem Grund gibt CBRE aktuell auch nur Spitzenrenditen für Pflegeheime an. „Die Spitzenrendite für Pflegeheime sank aufgrund der hohen Nachfrage im Vorjahresvergleich um 50 Basispunkte auf aktuell 4,25 Prozent – damit blieb sie seit Jahresanfang jedoch stabil“, erläutert Tim Schulte, Director Valuation Advisory Services.

In der zweiten Jahreshälfte dürfte die Investitionsdynamik angesichts der im Markt reichlich vorhanden Liquidität weiter zunehmen. „Bis zum Jahresende rechnen wir angesichts der Produktpipeline mit einem Investmentvolumen von mindestens 1,5 Milliarden Euro. Ein höherer Investmentumsatz wird lediglich durch die weiterhin limitierte Produktverfügbarkeit begrenzt – denn die Nachfrage ist weiterhin groß“, erläutert Richolt.

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