HEIDELBERG: NEUE RAD- UND FUßGÄNGERBRÜCKE BEREICHERT DIE STADT

© schlaichbergermannpartner/LAVA/Latz+Partner

Heidelberg ist künftig um eine neue Brücke reicher, die den Fußgängern und Radfahrern in der Stadt eine sichere und schnelle Überquerung des Neckars ermöglicht. Das Team aus schlaich bergermann partner, LAVA und Latz + Partner konnte sich mit ihrem Entwurf mit der „geschwungenen Geste“ im Wettbewerb der Stadt Heidelberg und der IBA gegen 13 weitere Teams durchsetzen.

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Sie überzeugten vor allem mit ihrer dezenten, aber eleganten Gestaltung der Brücke, die sich zeitgemäß und gekonnt in das vielfältige Stadtbild integrieren lässt. An der Entscheidung war nicht nur die Jury aus ExpertInnen beteiligt, sondern ebenfalls Vertretungen der Bürgerschaft und teilweise auch die Bürger selbst. Sie konnten innerhalb einer Beteiligungsveranstaltung sowie einer Online-Beteiligung Anregungen geben.

Die Wahl fiel auf eine geschwungene Brücke aus verwundenem Flachstahl mit Stützen aus ultrahochfestem Beton. Im Grundriss ist sie 700 Meter lang und etwa 60 Meter breit, wobei sich 105 Meter der Brücke über dem Kanal befinden. Alle Tragwerksteile sind fest miteinander verbunden, wodurch sie wartungsarm sind. Insgesamt zeichnet sich die Brücke durch eine schlanke und anmutige Silhouette aus, die sich zurückhaltend in den städtebaulichen Kontext einfügt.

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Eine Besonderheit ist außerdem, dass nicht nur die Brücke selbst, sondern ebenso die angrenzende Umgebung des Bauwerks gestaltet wird. Zahlreiche Aufenthaltsbereiche auf der Brücke sowie im angrenzenden Gebiet laden zum Verweilen und Innehalten ein. Viele Sitzgelegenheiten auf der Brücke bieten einen perfekten Ort zum Abbremsen für Ruhepausen mit einem weiten Blick auf Heidelberg. Am nördlichen und südlichen Ufer sind „Neckarbalkone“ geplant, die über das Wasser führen. Eine LED-Beleuchtung ist in den beidseitigen Handlauf akzentuiert nachts die abwechselnde Zweifarbigkeit des Geländers, welche sich im Belag des Rad- und Fußwegs fortsetzt. Auch die hölzernen Sitzbänke werden nachts von unten angestrahlt.

„Der Entwurf integriert die Brücke geschickt ins Stadtbild, schafft offene Grünräume entlang der Brücke und erfüllt gleichzeitig das Ziel einer komfortablen und schnellen Radverbindung. Es ist das erste große Brückenprojekt von LAVA und setzt unsere Bemühungen fort, Infrastruktur von hohem öffentlichem Wert zu schaffen, die sowohl zur Lebensqualität als auch zur Nachhaltigkeit beiträgt.“ – Tobias Wallisser, LAVA

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Das durchlaufende, dezente Band verbindet drei Orte miteinander. Radfahrer können sich bald über einen flüssigen und gut befahrbaren Weg freuen, der ein Bindeglied der städtebaulichen Entwicklungen beidseitig des Neckars sein wird. Die Brücke trägt dazu bei, dass Heidelberg sich weiterhin zu einer zukunftsorientierten und in diesem Zuge fahrradfreundlichen Stadt entwickelt. Sie bildet eine Verknüpfung an die vorgesehenen Radschnellverbindungen nach Mannheim und in das Patrick-Henry-Village.

„Unser Entwurf überzeugt durch die monolithische Bauweise und den aufgelösten Stützen mit einer eleganten Silhouette und einer ansprechenden Fern- und Nahwirkung. Die Rampen und Treppen machen die Brücke für alle Verkehrsteilnehmer ideal nutzbar. Wir verstehen die innerstädtische Brücke nicht nur als Weg über das Wasser, sondern auch als ein Ort mit differenzierten Aufenthaltsqualitäten. Zudem respektiert die Brücke mit ihrer geschwungenen Führung den Gneisenaupark: Dies ermöglicht eine subtile Landschaftsgestaltung, mit der der Park vom Straßenverkehr abgeschirmt wird und dadurch für alle Anwohner ein Naherholungsbereich mit hoher Aufenthaltsqualität entstehen kann.“ – Andreas Keil, schlaich bergermann partner

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