LOS ANGELES: MISCHNUTZUNG IN GRÜNER HÜLLE

© Nic Lehoux

In Los Angeles wurde ein Projekt mit einer der größten lebenden, grün bewachsenen Fassaden der USA realisiert. Das chinesische Architekturbüro MAD Architects setzt mit „Greenhouse“ sein erstes Projekt in den USA um: Ein gemischt genutzter Gebäudekomplex mit 18 Wohneinheiten über zahlreichen Gewerbeflächen im unteren Teil des Baus. Die Wohneinheiten „wachsen“ aus der lebendigen grünen Wand des Gebäudes und erinnern durch ihre hangartige Anordnung an die Beverly Hills-Landschaft.

© Manolo Langis

Die Fassade ist mit einheimischen Sukkulenten und Reben bedeckt, die dürreresistent sind und keinerlei weitere Pflege oder Bewässerung brauchen, da sie an das herrschende Klima bestens angepasst sind. Darüber befindet sich eine Anordnung weißer Fassaden, vielfältiger Fensterformen und Giebeldachstrukturen. Insgesamt schafft der Komplex eine dynamische Nachbarschaft mit einer einzigartigen Textur und eine augenzwinkernde Hommage an die Hügel von Los Angeles.

© Nic Lehoux

Gemeinschaftsgefühl steht im Fokus

Auf 4.460 m² finden zahlreiche Wohntypologien Platz: Zwei Studios, acht Eigentumswohnungen, fünf Villen und drei Stadthäuser. Die Architekten legen in dem Wohnkomplex einen hohen Wert auf das Gemeinschaftsgefühl der Bewohner. Dies wollen sie unter anderem durch einen Innenhof in der zweiten Etage unterstützen, der einen zentralen landschaftlich gestalteten Versammlungsraum für die Wohngemeinschaft bietet.

Privatsphäre ist den Architekten ebenso wichtig: Jede Wohneinheit verfügt über einen eigenen Ein- und Ausfahrtsweg. Unter sorgfältiger Berücksichtigung der Entfernung und Ausrichtung der Balkone mit Blick auf den Hof ergibt sich eine private und bequeme Interaktion zwischen den Bewohnern und dem gemeinsamen „geheimen Garten“. Hier befindet sich nur wenige Meter von der städtischen Umgebung entfernt eine ruhige Oase.

Eine grüne Oase inmitten der modernen Stadt

© Darren Bradley

© Nic Lehoux

Auch Exklusivität wird in dem Komplex großgeschrieben – das Schrägdach sowie das dynamische Innendesign sorgen für das gewisse Etwas. Insgesamt wollen MAD Architects ein Design erschaffen, um den klassischen kubischen Wohnkästen etwas entgegenzusetzen, die in dicht besiedelten Städten weltweit so typisch sind. Extravagant ist auch der Eingang des Hauptgebäudes, der an eine Höhle erinnert, die in den Hang eingelassen wurde. Er lässt die Bewohner in eine surreale Umgebung hinein und nimmt sie auf eine spielerische Reise aus Licht, Schatten und Wasser mit.

Das Konzept zeigt, dass sich die Architektur sowohl mit der gebauten als auch der natürlichen Umgebung verbinden kann. Dadurch bietet sich ein ein umfassenderes, harmonischeres Wohnerlebnis. MAD Architects wollen damit neue Perspektiven und Werte in das städtische Umfeld bringen. Einen Ort, der halb Stadt und halb Natur ist.

© Nic Lehoux

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