ELBINSEL ENTWICKELT SICH WEITER // NEUES QUARTIER FÜR WILHELMSBURG

Landschaft als Leitdisziplin – Der Entwurf des Schweizer Planungsbüros Hosoya Schaefer Architects in Kooperation mit den Landschaftsplanern Agence konnte im Rahmen des städtebaulich-freiraumplanerischen Wettbewerbs „Auf gute Nachbarschaft – Wohnen und Arbeiten zwischen den Kanälen“ sowohl Jury als auch Bürgerinnen und Bürger überzeugen. Ausloberin d­­es Wettbewerbs war die IBA Hamburg GmbH in Einvernehmen mit der Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen und dem Bezirkskamt Hamburg-Mitte. Innerhalb des Wettbewerbsverfahrens fanden unterschiedliche Veranstaltungen und Beteiligungsmöglichkeiten für die Öffentlichkeit statt, um sicherzustellen, dass das Projekt letzten Endes auf breite Akzeptanz seitens der Zivilgesellschaft stößt. Dies ist nun gelungen.

Eine besondere Stärke des Gewinnerentwurfes ist die nachbarschaftliche Anbindung an das Reiherstiegviertel – sowohl in freiraumplanerischer- als auch in städtebaulicher Hinsicht. Mit einer gut durchdachten Dichte und Vielfalt an Wohnflächen, einem sinnvoll angeordneten Quartiersplatz sowie Schul- und Freizeitflächen verstetigt sich die positive Entwicklung des Hamburger Stadtteils Wilhelmsburg auch in Zukunft.

Die städtebauliche Struktur folgt zum einen dem Nord-Süd-Verlauf der Jaffestraße. Zum anderen folgt eine parallele ruhige Wohnstraße mit Erhalt von großen Bäumen der alten Wilhelmsburger Reichsstraße. Im nördlichen Teil des Quartiers laufen die beiden Straßen zu einer Straße zusammen. Die städtebauliche Struktur kennzeichnet sich durch eine Vielzahl unterschiedlicher Gebäudetypologien. Im Norden und Ostensind geschlossene Blockrandstrukturen vorgesehen, die Schallimmissionen innerhalb des Quartiers reduzieren sollen. Im Westen hingegen lockert sich die städtebauliche Struktur auf und es sind Kombinationen aus Wohnzeilen und kleineren gewerblich genutzten Gebäuden vorgesehen. Die Planung sieht rund 2.200 Wohneinheiten vor.

Überzeugt hat das Preisgericht insbesondere auch die geforderte grüne Achse entlang des Assmannkanals. Dem Gewinnerentwurf gelingt es diese Achse unter größtmöglicher Erhaltung der kleingärtnerischen Flächen überzeugend umzusetzen und den Grünraum durch die Bildung von fünf grünen „Fingern“ mit dem neuen Quartier zu verzahnen. Für die Öffentlichkeit entsteht auf dieses Weise ein völlig neuer und gut zugänglicher Erholungsraum in Hamburg-Mitte. Rund 51.000 m² werden im Zuge der Entwicklung des Quartiers auf Grundlage des Gewinnerentwurfes entstehen.

Im Nord-Westen ist eine Schule geplant, die zusammen mit Ruderclub, Freizeitflächen, Freiräumen und Gastronomie ein gelungenes Paket aus Schul- und Freizeitnutzung darstellt. Eine neue Brücke garantiert zudem beste Anbindung an die Mannesallee und das Reiherstiegviertel.

Pläne © Hosoya Schaefer Architects AG, Zürich mit AGENCE TER, Paris/Karlsruhe)

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