SOLIDARISCHE LEBENSQUALITÄT IN WIEN

Eine Teilfläche der General-Körner-Kaserne im 14. Bezirk der Stadt Wien wird längst nicht mehr militärisch genutzt und soll daher in ein Wohnquartier umgewandelt werden. Das unbebaute Areal stellt eine wertvolle Baulandreserve in der wachsenden österreichischen Hauptstadt dar. Die Stadt verfolgte von Anfang an das Ziel ein Quartier mit erschwinglichem Wohnraum zu realisieren und die vorhandenen Freiraumqualitäten in Form eines Parks zugänglich zu machen. Auf Grundlage dieser Ziele, die zudem auch innerhalb eines Flächenwidmungs- und Bebauungsplanes festgesetzt wurden, wurde ein städtebaulicher Wettbewerb ausgerufen.

In Zusammenarbeit mit Bödeker Partnes Landscape Architects aus Mettmann konnte das Wiener Büro driendl*architects ZT GmbH den Wettbewerb jetzt für sich entscheiden. Durch die Anordnung der Gebäude an den Rändern des Areals (rechtwinkling an Spallartgasse und Leyserstrasse) entsteht ein großzügiger zusammenhängender Freiraum, der den Baumbestand behutsam integriert. Indem die Baumasse der einzelnen Baukörper durch differenzierte Höhenentwicklungen stark variiert und die Anordnung der Baukörper an der ein oder anderen Stelle Rücksprünge vorsieht, wird bewusst auf eine zukünftig zu erwartende Entwicklung des urbanen Gefüges rund um das Kasernenareal und das Kleingartengebiet Rücksicht genommen.

Die Erdgeschosszonen sind durch Nutzungen aus dem Einzelhandel, dem Dienstleistungsbereich und durch Räumlichkeiten für Co-Working öffentlich zugänglich und barrierefrei. Zudem stehen sie in unmittelbaren Zusammenhang mit den unterschiedlichen Freiräumen des großzügig angelegten Parks. Diese Herangehensweise innerhalb der städtebaulichen Ausgestaltung ermöglicht eine gemeinwohlorientierte Nutzung des neuen Quartiers, die sich bis in die Wohnnutzungen hineinzieht. Indem emissionsfreie Materialien verwendet, toxische Baustoffe vermieden und ein sparsamer Betrieb berücksichtigt werden, ist ein insgesamt leistbares Wohnen realisierbar. Durch Gebäudezuschnitt und die Variabilität in der Anordnung ergeben sich dabei unterschiedlichste Möglichkeiten in Bezug auf Wohnungsgrößen und Typen. Jede Wohnung kann zudem mit Loggien und Balkonen ausgestattet werden.

Das geplante Quartier bietet nicht nur als solches, sondern auch weitestgehend über seine eigentliche Entwicklungsfläche hinaus besondere räumliche Qualitäten. Die Jury ist davon überzeugt, dass das Projekt die gegebene Maßstäblichkeit wahrt und dem Quartier sowie den angrenzenden Wohngebieten eine ganz eigene Identität verleiht.


Bilder © driendl*architects ZT GmbH, Bödeker Partners Landscape Architects

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