REYKJAVIK BEKOMMT ZENTRUM FÜR URBANE PIONIERE

Die niederländischen Planungsbüros jvantspijker und Felixx haben in Zusammenarbeit mit Orri Steinarsson den internationalen städtebaulichen Wettbewerb zur Neugestaltung des historischen Skulpturenparks Gufunes im Nordosten von Islands Hauptstadt Reykjavík gewonnen. Die Hauptaufgabe war die städtebauliche Erneuerung der rund 140 ha großen Küstenlandschaft. Mit viel Engagement verwandelt der Gewinnerentwurf das Gebiet mit markanten Industriegebäuden entlang der Küste und einer großzügigen Grünfläche im Innenbereich in einen attraktiven Zufluchtsort für die urbanen Pioniere unserer Zeit.

Der ausgezeichnete Entwurf sieht das Plangebiet als einen Überlauf für die Altstadt Reykjaviks. Der Tourismus breitet sich von Jahr zu Jahr weiter in der Stadt aus – zudem hat die Stadt Probleme ausreichend Lebensraum für die wachsende Zahl an Nachfragern in der Innenstadt bereitzustellen. Gunfunes wird in diesem Zusammenhang als eine neue Chance wahrgenommen und soll zukünftig zu einem ungeschliffenen Mekka für Start-Ups, Pioniere und Kreativwirtschaft werden, die in der eigentlichen Innenstadt Reykjaviks nicht mehr untergebracht werden können. Das gesamte Entwicklungsgebiet wird neu strukturiert und im Rahmen des Entwurfskonzeptes in ein zusammenhängendes Ganzes verwandelt. Insbesondere die unmittelbare Umgebung der bestehenden Industriegebäude wird verdichtet und in ein neues urbanes Zentrum verwandelt. Die für die Öffentlichkeit zugängliche Grünanlage wird zu einem hochwertigen Naherholungspark der Raum für Veranstaltungen sowie Aktivitäten im Freien bietet.

Der Entwurf ist so konzipiert, dass er in verschiedenen Entwicklungsstufen- und Bauphasen realisiert werden kann. Der von Industrie geprägte Teil des Entwicklungsgebietes wird von einer typischen Gitterstruktur gegliedert. Eine Netzwerk aus Wegen und Straßen organisiert zudem das angrenzende Naherholungsgebiet. Dabei wurde besonderer Fokus darauf gelegt den städtischen und ländlichen Raum miteinander zu verbinden, um eine allgegenwärtige räumliche und funktionale Qualität sicherzustellen.

Ein entscheidendes Element der Planung ist außerdem der Waterbus-Service. Durch den Waterbus-Service wird die Zugänglichkeit von Gufunes für Pendler und Touristen gleichermaßen auf eine umweltbewusste Art und Weise sichergestellt. Herzstück für die neue Bewohner- und Arbeiterschaft ist der revitalisierte Pier. Dort wird in der ersten Phase der Realisierung auch das berühmte Filmstudio von Baltasar Kormákur in eine der alten Lagerhallen einziehen. Zudem wird eine attraktive Mischung aus Kleingewerbe, Café und Restaurants, ein Hotel, Wohngebäude sowie Freizeiteinrichtungen geschaffen. Durch die umfassende Neugestaltung wird Gufunes zu einer zuvor nicht wahrgenommenen Anlaufstelle in Reykjavik und entlastet zudem auch die Innenstadt.

Der Gewinnerentwurf wird so bald wie möglich verfeinert und soll anschließend umgesetzt werden.


Bilder © Felixx/jvantspijker

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