PARIS: ALTES BAHNGEBIET WIRD IN QUARTIER DER NACHHALTIGEN SOZIALEN STADTENTWICKLUNG TRANSFORMIERT

Die ungenutzte Fläche der ehemaligen Ordener-Poissoniers-Bahn wird bald passé sein, alle Zeichen stehen auf Transformation: Die dänischen Landschaftsarchitekten und Stadtentwickler SLA und Biecher Architectes aus Paris haben einen internationalen Wettbewerb gewonnen, der auf die Neuentwicklung des 3,7 Hektar großen Areals im Herzen des 18. Arrondissements der französischen Hauptstadt in Richtung einer sozial nachhaltigen Stadtentwicklung abzielt: Der Jardin Mécano, der mechanische Garten.

Es wird ein neues urbanes Ökosystem geschaffen, in dem Wohnungen für 1000 Menschen entstehen werden. Das Gebiet wird von großen öffentlichen Parks, Schulen, Büros, Theater sowie städtischer Landwirtschaft gesäumt sein. Insgesamt soll bis 2024 ein klimaneutrales „Ökosystemviertel“ entstehen, das die Eisenbahnen und Schwerindustrie durch umweltfreundliche Design- und Wohnformen ersetzen wird. Fokus der neuen Entwicklung ist ein gestärktes soziales Miteinander sowie die Nutzung erneuerbarer Energien. Es wird zudem ein großer Wert auf eine für Fußgänger und Radfahrer ausgelegte Infrastruktur gelegt.

Das Projekt stellt durch seine prägnante Innovationskraft selbst für das vorbildliche Paris in Sachen Klimaschutz eine Besonderheit dar. Es soll eine grüne Oase inmitten der Stadt werden, eine Kombination aus Industriecharakter und naturbezogenen Designs, bei der bewusst darauf geachtet wird, das industrielle Erbe des Viertels zu bewahren.

Laut SLA soll so ein neuer Standard für die Natur in der Stadt entwickelt werden – es soll ein Ort geschaffen werden, an dem Menschen, Pflanzen und Tiere nebeneinander leben können. Die Renderings zeigen tatsächlich Flächen, die mit Pflanzen übersät sind, die zum Verweilen und Erkunden einladen.

Es wird auch eine neue öffentliche Schule für Kultur und künstlerische Bildung entstehen, wo sich Büros, ein Kinokomplex, viele Gastronomieangebote sowie Geschäfte und Dienstleistungen befinden werden.

Um die Klimaneutralität und erhöhte Energieeffizienz zu gewährleisten, werden alle Dächer des Quartiers aus Solarziegeln bestehen – ein großes Solarkraftwerk sozusagen. Freie Wärme wird gespeichert und für die Beheizung der Gebäude genutzt. So können die Heizkosten verringert werden; es kann laut Biecher Architectes eine Umweltbilanz von über 94 Prozent erreicht werden.

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Renderings © Luxigon courtesy of SLA/Biecher Architectes/Emergie/Ogic

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