MONTPELLIER: EIN NEUER STADTTEIL IM AUFBRUCH

© Luc Boegly

Es entsteht bald ein wichtiges Projekt für die Stadt Montpellier, das eine strategische Position zwischen dem pulsierenden Zentrum der Stadt und den neuen umliegenden Stadtteilen einnimmt, die nach und nach geschaffen werden.

Das BELAROIA des Pariser Büros Manuelle Gautrand Architecture ist eines der ersten abgeschlossenen Projekte der neuen Entwicklung des Stadtteils Nouveau Saint-Roch, welches sich aktuell auf dem Vormarsch befindet. Es ist ein Hybridprojekt, bestehend aus zwei Hotels, mehreren Appartements, einem Seminarraum sowie einem unabhängigen Restaurant.

© Luc Boegly

Direkt gegenüber des zentralen Bahnhofs Gare Saint Roch gelegen, ist BELAROIA das erste Gebäude, das einem beim Verlassen des Bahnhofs entgegenspringt. Von den Nordterrassen des Gare Saint Roch kann man das auffällige Projekt vollkommen überblicken. 

Das Gebäude sieht aus, als wäre es durch das Aufeinanderstapeln geometrischer Volumen entstanden. Resultat ist ein dreieckiger, ungewöhnlicher Gebäudetypus. Die Nord- und Ostfassade sind über eine Terrasse miteinander verbunden, die durch eine überhängende Brücke geschützt wird.

© Luc Boegly

So entsteht ein muschelförmiger Hohlraum, der ein kennzeichnendes Element des Gebäudes darstellt. Hier finden die Besucher zusammen, um einen besonders attraktiven Blick von der Terrasse eines Cafés im Gebäude in Richtung Bahnhof zu genießen.

Es ist ein Projekt, das den öffentlichen Raum fokussiert. Man wollte auf allen Ebenen einen Außenraum für alle Nutzer des Gebäudes zu schaffen, ohne das umliegende Quartier zu ignorieren, das durch den Bahnhof und seine Umgebung gekennzeichnet ist: Durch seine zentrale Lage, das im Norden gelegene historische Stadtzentrum und die entstehenden Innovationen im Süden der Stadt.

Die Bereitstellung eines großzügigen Gemeinschaftsraumes, ein „urbanes Wohnzimmer“, ist eine wichtige Möglichkeit, um den neuen Entwicklungen eine erste Anlaufstelle zu bieten. Es ist der erste Raum des aufkommenden Wandels, von dem aus die weiteren Pläne sich ausbreiten können. So wird eine Lücke gefüllt, um die sich alle weiteren Baukörper herum bilden können.

Das „Wohnzimmer“ liegt auf einer Art Podium, von dem aus alle Eingänge ausgehen. Es ist eine Bühne, umgeben von den beiden Hotels, über der die geplanten Appartements thronen werden. Es ist zugleich der Ausgangspunkt und das Herzstück des innovativen Projekts.

© Luc Boegly

Insgesamt bildet das Gebäude einen halb inneren, halb äußeren Raum, der vor Wind und Wetter geschützt ist und sich der Mittagssonne zuwendet. Das Erdgeschoss schmiegt sich an die Brücke Pont de Sète, ist teilweise unterirdisch und entlang des Flusses eingeschlossen.

Der erste Stock schafft eine Basis für Gemeinschaftsräume: Dort befindet sich ein Seminarort mit sechs Tagungsräumen, eine großzügige Bar sowie die Terrasse mit Spabereich. Auf den Etagen zwei bis sieben befinden sich die Hotels mit je 108 und 82 Räumen von BELAROIA. 

© Julien Thomazo

Darüber liegen auf drei Etagen zwölf Ein- bis Vierzimmerwohnungen mit ein bis zwei Geschossen. Teilweise liegen Räume der Wohnungen auf dem Dach des Gebäudes und haben einen Zugang zu einer Freiluftterrasse samt Pool – inklusive atemberaubendem Ausblick auf die Stadt in 21 Meter Höhe.

Eigentlich waren die Wohnungen gar nicht in dem ausgeschriebenen Wettbewerb der Stadt vorgesehen – die Architekten konnten allerdings mit dem Argument überzeugen, dass es nicht nur ein Projekt für Personen sein soll, die vorübergehend in der Stadt verweilen. Die Projektentwickler wollen mit dieser Geste dafür sorgen, dass der Wohnaspekt ein wesentlicher Bestandteil der lebendigen Stadt Montpellier bleibt.

Die simple Fassade des Baus ist von einem hellen und homogenen Material umgeben, das die Dämmung sicherstellt.

© Luc Boegly

In Sachen Umweltschutz hat man kompakte Volumen gewählt, die durch eine isolierte Hülle verstärkt werden. Die Architekten legen viel Wert auf eine Minimierung von Ressourcen, die vor allem durch die Dichte und Kompaktheit des Gebäudes angesteuert wird.

Das Projekt will den Platzbedarf für Dienstleistungen minimieren, um mehr Gemeinschaftsflächen und Funktionen für die öffentliche Nutzung bereitzustellen. Die Räumlichkeiten sind offen und einladend für die breite Öffentlichkeit gestaltet, was die Attraktivität des Projekts erhöht: Nicht nur für die Nutzer der verschiedenen Programme des Gebäudes, sondern auch für alle Bewohner Montpelliers.

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