IDEE DER WOCHE: NEUER GRÜNSTREIFEN VERSCHÖNERT LONDONS EISENBAHNVIADUKTE

© Adam Parker

London wird zukünftig durch einen lebendigen Grünstreifen bereichert, der nicht nur leicht zugänglich ist, sondern auch die charakteristischen viktorianischen Eisenbahnviadukte der englischen Hauptstadt würdigt. Die Rede ist vom Projekt „Low Line“. Für die Gestaltung dieser Bahnstrecke fand im Juli 2019 ein Designwettbewerb der RIBA statt, den PDP London Architects kürzlich für sich entscheiden konnten. 

© RIBA

Der Entwurf des Londoner Architekturbüros konnte sich gegen 82 Einsendungen aus 35 Ländern durchsetzen. Er überzeugte mit seinem überaus nachhaltigen und auf die lokale Gemeinschaft ausgerichteten Konzept. „Low Line Commons“ bietet eine grüne Vision und Strategie für die Strecke im Süden der Stadt. In Kooperation mit Macfarlane and Associates Landscape Architects, der Nachhaltigkeitsberatung Greengage und den Umweltberatern von Studio 4215 ist ein Konzept entstanden, das die Gemeinschaft der Stadtviertel verbindet. Es folgt dem Verlauf der Eisenbahnviadukte durch Bankside, London Bridge und Bermondsey. Dies schafft eine neue, besondere Perspektive auf bekannte, sich fortlaufend entwickelnde Stadtteile, die zu den ältesten der Stadt zählen.

Förderung der lokalen Gemeinde und grüner Infrastruktur 

Das kreative Projekt schöpft das Potential der Eisenbahnbögen aus. Damit ist die Schaffung eines Fußwegs entlang der Basis der Viadukte gemeint, der Atempausen im Grünen ermöglicht. Ganz nebenbei fördert er außerdem eine blühende Mischung aus kleinen und mittelgroßen Unternehmen. 

Im Fokus des Konzepts stehen vier Themenschwerpunkte, die sich durch die Low Line ziehen sollen. Allen voran gehört dazu die Stärkung des Miteinanders der lokalen Gemeinschaft. Dafür sorgt die Schaffung einer grünen Infrastruktur mittels neuer Bäume, Gemeinschaftsgärten und Lebensräume für Wildtiere. Auch die Gestaltung eines lebendigen öffentlichen Raums trägt dazu bei, ein „Ortsgefühl“ für die Gemeinde zu schaffen. Eine vielfältige und nachhaltige Wirtschaft sowie historische und kulturelle Verbindungen runden das Konzept ab.

Ökologische Interventionen für sauberes London

Daneben sorgt eine Vielzahl an ökologischen Interventionen für die Schaffung einer saubereren Umgebung inmitten der umtriebigen Stadt. Dazu trägt die Verbesserung der Luftqualität und ein nachhaltiges Entwässerungssystem bei. Für Letzteres werden Methoden des ökologischen Ingenieurwesens wie die Bepflanzung von Biowällen und straßennahe Regengärten eingesetzt. So können Überschwemmungen vermieden und Wasser gespeichert werden.

„Low Line Commons strebt danach, eine gemeinsame natürliche und kulturelle Ressource der Menschen, durch die Menschen und für die Menschen zu sein. Es verwandelt die Bögen von einer Barriere zu einer sensibel gestrickten Naht in die vielfältigen Schichten des lokalen Kontexts. Wir freuen uns auf die Entwicklung der Low Line als ein robustes Stück Infrastruktur für London, das die aktuellen ökologischen, wirtschaftlichen und sozialen Herausforderungen auf kreative Weise angeht.“

  • Pedro Roos, Partner bei PDP London Architects

Der Low-Line-Wettbewerb ist im Auftrag von Better Bankside im Namen der Low-Line-Lenkungsgruppe entstanden.

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