E-LADESTATIONEN WERDEN FÜR VIELE IMMOBILIEN ZUR PFLICHT

Die flächendeckende Nutzung von Elektroautos ist elementarer Bestandteil der deutschen Strategie zur Umsetzung der 2016 in Paris beschlossenen Klimaschutzziele. Konkret träumt die Bundesregierung von 7-10 Millionen Elektroautos bis 2030. Im Januar 2020 waren es aber nur rund 136.600 Fahrzeuge die mit Elektroantrieb in Deutschland zugelassen sind.

Stellplätze als Berechnungsgrundlage

Beim Einstieg in die private Elektromobilität stellt das überschaubare Ladenetz, verbunden mit hohen Investitionskosten, die für viele Verbraucher größte Hemmschwelle dar. Mit dem Problem steht Deutschland aber nicht alleine dar, weshalb die Europäische Union bereits 2018 eine EU-Richtlinie zum Ausbau der Elektromobilitätsinfrastruktur beschlossen hat. Ziel ist es, für mehr Ladepunkte bzw. Ladeinfrastruktur in den Städten zu sorgen und die Elektromobilität so ingesamt attraktiver zu machen Diese Richtlinie will Deutschland nun mit einem neuen Gebäude-Elektromobilitätsinfrastrukturgesetz, kurz GEIG, umsetzten – mit weitreichenden Folgen für die Immobilienwirtschaft.

Bei neuen Wohngebäuden mit mehr als zehn Pkw-Stellplätzen müssen zukünftig alle Stellplätze mit speziellen Schutzrohren für Elektrokabel ausgestattet werden. Die Regelung soll zudem nicht nur bei Neubauten gelten sondern auch bei umfassenden Renovierungen zur Auflage gemacht werden. Ähnlich sieht es bei Neubau und  Renovierung von Gewerbeimmobilien aus: Sobald mehr als zehn Stellplätze zur Verfügung stehen, muss mindestens jeder fünfte Stellplatz mit den erwähnten Schutzrohren ausgestattet sein. Außerdem wird hier mindestens ein Ladepunkt zur Pflicht. Ab dem Jahr 2025 wird weiterhin auch bei bestehenden Gewerbeimmobilien mit mehr als 20 Stellplätzen mindestens ein Ladepunkt eingefordert. Bei Verstößen gegen das neue Bundesgesetz werden Bußgelder von bis zu 10.000 Euro fällig.

Investitionsvolumen: 622 Millionen Euro

Die zuständigen Ministerien schätzen die Gesamtkosten, die einmalig auf alle betroffenen Gebäudeeigentümer zukommen wird, auf 622 Millionen Euro. Für die Instandhaltung und Pflege der Ladesäulen rechnet man mit weiteren 35 Millionen Euro pro Jahr.

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