SOCIAL HARMONY

© NOSIGNER

Das Projekt entstand im Rahmen von PANDAID. Die kollaborative Website von NOSIGNER veranschaulicht die Risiken und den korrekten Umgang mit dem Coronavirus. Als allgemein zugängliche  Informationsplattform gewann sie weltweit an Popularität und bildet die digitale Grundlage für die musikalische Weiterentwicklung des Projekts im öffentlichen Raum.

Ziel des Projekts ist es, dem kräftezehrenden Mangel an natürlichen Begegnungen im Alltag entgegenzuwirken und stattdessen das notwendige Abstandhalten mit melodischer Euphorie zu verbinden. Über die räumliche Distanz hinweg entwarf Eisuke Tachikawa, der CEO des Unternehmens, ein Designkunstwerk, das die Musik für uns sprechen lässt.

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Sein einzigartiges Projekt installierte Tachikawa sowohl in der Yokohama Minato Mirai Hall als auch im Eingang der Designart Tokyo: Überdimensional präsentieren sich die Noten der Gymnopédie no 1 von Eric Satie auf dem Boden. Zwischen den Noten ist ausreichend „sozialer Abstand“. Betreten Besucher:innen die Noten, ertönen diese. Schritt für Schritt entsteht so das musikalische Werk Saties in unzähligen individuellen Interpretationen. Je nach Tempo, Personenanzahl und persönlichem Empfinden spielt jede und jeder Einzelne seine oder ihre ganz eigene Version.

Während der Pandemie hat sich unser gesellschaftliches Leben grundlegend verändert: sich voneinander distanzieren hat plötzlich oberste Priorität gewonnen – und das, obwohl wir Menschen als soziale Wesen gelten. Das Projekt Social Harmony erkennt genau diesen Wert – also das gesellschaftliche Miteinander und den Wert der Kommunikation – und übersetzt diesen in eine coronakonforme Situation. Ungeachtet der physischen sozialen Distanz schafft die Musik eine neue auditive Verbindung und entwickelt so eine neuartige Kommunikationsebene – ganz ohne Ansteckungsgefahr. Doch Tachikawa bringt mit seinem Projekt nicht nur ein Stück „soziale Harmonie“ zurück in unseren Alltag. Er führt uns ebenso vor Augen, dass es unsere Aufgabe ist, auch in Krisenzeiten weiterzugehen, kreativ zu bleiben und trotz aller Umstände das Gefühl für Leichtigkeit zu bewahren. Denn: Spätestens nach überstandener Krise sollten wir wieder – oder immer noch – dazu in der Lage sein, auf natürliche Art und Weise zu kommunizieren, ohne über soziale Distanzen nachzudenken.

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Doch nicht nur unsere Kommunikation und unser gesellschaftliches Miteinander wurden von Corona hart getroffen. Auch Kunst und Kultur wurden neu austariert und vor neue Herausforderungen gestellt. Als essenzieller Bestandteil unseres Zusammenlebens und kreativer Kraftgeber ist die Rolle von Kunst und Kultur nicht wegzudenken. NOSIGNERs Projekt rückt sie – allen voran die klassische Musik – wieder in den Fokus der Gesellschaft – und das auf subtile Art und Weise, direkt zu unseren Füßen. Mit Projekten wie Social Harmony gelingt es, diesen gesellschaftlich substanziellen Bereich wieder zurück in unser Bewusstsein zu rücken, trotz unserer komplexen Krisenerfahrung. Insofern überwindet Social Harmony nicht nur soziale Distanzen, sondern unterbricht auch die von Corona auferlegte kulturelle Zwangspause.

NOSIGNER plant, das Projekt auch an anderen Orten zu realisieren und somit noch mehr Menschen mit der positiven Wirkung zu erreichen. Um dies ermöglichen zu können, sieht das Büro vor, insbesondere die Kooperation mit Kommunen und öffentlichen Einrichtungen zu stärken. Mit musikalischer Begleitung führt Social Harmony Schritt für Schritt zurück in die Normalität und hilft, eine optimistische Perspektive zu behalten.

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