WENN DAS HAUS SCHMILZT

Location, Valuation und Opportunity, zu deutsch etwa Lage, Bewertung und Gelegenheit seien längst nicht mehr die einzigen entscheidenden Faktoren beim Immobilieninvestment, schreibt Nathan Miller, Mitglied des Forbes Real Estate Council. Zunehmend stark wirken sich auch die Effekte des Klimawandels auf die Werte der immobilen Anlagen aus. Ein Haus, das in besonderer Weise vom Flutrisiko oder dem Ansteigen des Meeresspiegels betroffen ist, stellt keine nachhaltige Anlage dar.

Zwei Studien veröffentlichte das ULI zusammen mit dem amerikanischen Immobilieninvestment-Unternehmen Heitman in den Jahren 2017 und 2018. Beide kamen zu dem Schluss, dass die Auswirkungen des Klimawandels früher oder später starke Angriffe auf die Portfolios der Investoren bedeuten würden. Neben der unmittelbaren Schäden an Gebäuden durch Stürme, Brände oder Fluten treiben die Umweltkatastrophen auch die Kosten der Instandhaltung in die Höhe. Im schlimmsten Fall falle der Wert der Immobilie auf null, prophezeit Miller.

Am Pariser Gare du Nord erinnert das schmelzende Haus des argentinischen Künstlers Leandro Erlich an die Effekte des Klimawandels auf die Art und Weise, wie wir wohnen und bauen. Der Künstler installierte es im Kontext der Pariser Klimakonferenz.

Fest steht, dass Investoren zunehmend auch die Folgen des Klimawandels in ihre Berechnung einfließen lassen müssen. Dazu schlägt Miller fünf Best Practices vor. Zu aller erst müsste die Einschätzung von Klimarisiken in den Entscheidungsfindungsprozess des Investments einfließen. Im Anschluss denke man über Möglichkeiten der Schadenseingrenzung und Anpassungen nach. Auch die Versicherung solle man bereits zu einem frühen Zeitpunkt einbeziehen, um mögliche Risiken proaktiv zu besprechen. Weiterhin bestehe die Möglichkeit, Regulierungen und Richtlinien des Marktes zu prüfen, die sich auf Klimarisiken beziehen. Letztlich werden die Risiken niemanden vom Investment abhalten, sollten aber in jedem Fall nicht unterschätzt werden.

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