WEG MIT DER PLASTIKFLASCHE

Eine britische Initiative, The London Fountain Co., gegründet von der Kuratorin Jane Withers und dem Verleger Charles Asprey, hat sich zum Ziel gesetzt, ansprechende Trinkbrunnen wieder auf die Straße zu bringen. Der Plan dahinter: Hochwertiger, kostenloser und sauberer Zugang zu Trinkwasser kann dabei helfen die massive Nutzung von Plastikflaschen und Einwegbechern auch im urbanen Raum zu verringern. Withers und Asprey helfen dabei die nötige Infrastruktur bereitzustellen oder zu organisieren.

Foto: Andy Stagg

Ihr erstes realisiertes Projekt ist der Fleet-Trinkbrunnen, entworfen von dem bekannten Produktdesigner Michael Anastassiades. Ein erster Prototyp wurde bereits 2018 während des London Design Festivals vorgestellt und ist heute dauerhaft im John Madejski Garden installiert. Ein Jahr später wurde der ausgereifte Brunnen im Rahmen des gleichen Festivals in der Thurloe Street im Stadtteil Brompton direkt vor der South Kensington U-Bahn-Station aufgestellt – nicht weit entfernt von der berühmten Royal-Albert-Hall.

Brunnen haben in London Tradition

Im 19 Jahrhundert war die britische Hauptstadt führend darin, die Bevölkerung über unzählige Trinkbrunnen mit sauberem Wasser zu versorgen. Diese Tradition versiegte mit dem aufkommen der Möglichkeit und Gewohnheit Wasser individuell in Flaschen bei sich zu tragen. Zudem wurden immer mehr Haushalte an das städtische Wassernetz angeschlossen, was ebenfalls Brunnen mehr und mehr überflüssig machte. Heute ist bekannt welche Umweltschäden mit den massives Einsatz von Plastik einhergehen, weshalb nicht nur die Initiatoren von The London Fountain Co. sich nachdrücklich für eine Kultur des Nachfüllens einsetzten.

Foto: Andy Stagg

Flexibler Helfer

Die beschriebenen Trinkbrunnen von Withers und Asprey lassen sich sowohl zum Nachfüllen als auch zum Trinken nutzen. Sie sind sensorgesteuert und können im Innen- oder Außenbereich genutzt werden. Der erste Brunnen nach dem Prototyp wurde in Bronze gegossen, wobei je nach Standort und Umfeld auch andere Materialien genutzt werden können. Das Design folgt einer monolithischen Form, die sich auf die große Tradition des englischen Straßendesigns bezieht, von Lampenmasten über Briefkästen bis hin zu Telefonzellen.

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