BEWEGUNG AUF DER LETZTEN MEILE

Schon heute stellt die stetige Verdichtung der Städte für Logistiker und Kuriere eine immer größere Herausforderung dar. Parken in zweiter Reihe, gesetzliche Rahmenbedingungen wie eingeschränkte Lieferzeiten und Umweltzonen sowie das ungebremste Wachstum des E-Commerce bei gleichzeitig steigendem Umweltbewusstsein sorgen zusammen mit vielen Arbeitsschritten bis zur Zustellung dafür, dass die Prozesse auf der letzten Meile immer anspruchsvoller und somit auch kostenintensiver werden.

Das bremische Joint-Venture RYTLE GmbH setzte sich schon bei seiner Gründung im Jahr 2017 ein klares Ziel: die Revolution der City-Logistik. Auf Basis einer intensiven Analyse aktueller Anforderungen an innerstädtische Zulieferdienste entwickelte das Unternehmen einen zukunftsweisenden Ansatz: ein emissionsarmes Zustellkonzept in Kombination mit einer innerstädtischen Logistiklösung. 

Vier-Komponenten-Konzept – Digital vernetzt

Das RYTLE-Konzept basiert auf vier unmittelbar miteinander verbundenen Komponenten. Es beinhaltet nicht nur spezielle elektrisch betriebene Lastenräder (MovR), sondern auch mobile Depots (HUB), Transportboxen (BOX) und eine Softwareplattform. Der HUB kann bis zu neun vorkonfektionierte BOXen aufnehmen und in Zentrallagern außerhalb der Stadt beladen werden. Im Anschluss besteht die Möglichkeit, die hydraulisch absenkbare Leichtbaukonstruktion in der Innenstadt zu platzieren. Der Transport kann sowohl durch elektrische Lastkraftwagen als auch durch konventionelle Transporter erfolgen. Der fast vollständig emissionsfreie MovR nimmt die BOX auf und beliefert die letzte Meile. Der MovR, die BOX und der HUB sowie alle beteiligten Akteure sind mit Sensoren und Telematik ausgestattet. Auf dieser Grundlage sorgt eine via Smartphone steuerbare App für die digitale Vernetzung. Dies ermöglicht die vollständige digitale Transparenz des Lieferprozesses. Das ganzheitliche System von RYTLE gestaltet somit Logistikprozesse effizienter und bedient zusätzlich die Anforderungen von Menschen und Umwelt.

Testphase läuft

Aktuell wird das RYTLE-System und die Option einer Bündelung innerstädtischer Zustellungsprozesse unter Anderem im Projekt „Urban-Bre – Elektromobile Citylogistik in Bremen“ in der Freien Hansestadt Bremen getestet. Für die Innenstadt bestimmte Pakete werden im Güterverkehrszentrum (GVZ) gesammelt und von Projektpartner, der Spedition Hellmann, zu einem HUB in der City transportiert. Dort nimmt ein Fahrer des Bremer Radkuriers die Ware auf und stellt sie zu. Das Projekt läuft noch bis 2021 und wird wissenschaftlich von der Deutschen GVZ-Gesellschaft begleitet. 

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