EHEMALIGER MILITÄRSTÜTZPUNKT WIRD ZUM LEBENDIGEN STADTTEIL

© Jens Gehrcken/Machleidt GmbH

In 2011 erwarb die Stadt Oldenburg bereits rund 80 Hektar des insgesamt 300 Hektar großen Areals und errichtete auf dieser Fläche einen Solarpark. Im Januar 2014 erweiterte die Stadt ihr Eigentum am Areal um 110 Hektar. Auf dieser Fläche entsteht in den kommenden Jahren der neue Stadtteil Fliegerhorst. Der Stadtteil soll zukünftig Wohnen, Gewerbe und ein Smart City Quartier vereinen.

Das Konversionsprojekt ist seit August 2018 Teil des Programms „Stadtumbau West“ der Städtebauförderung des Niedersächsischen Ministeriums für Umwelt, Energie, Bauen und Klimaschutz und erhielt im September 2019 vom Land eine Förderung in Höhe von 2 Millionen Euro für die Fliegerhorster Infrastruktur. Für die Erschließung einer notwendigen Entlastungsstraße ist eine Prüfung mithilfe eines ergebnisoffenen Bewertungsprozesses durch die Stadtverwaltung angesetzt. Zehn verschiedene Straßenverläufe stehen zur Auswahl.

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Die Geschichte des Areals

In Oldenburg wird der ehemalige Militärstandort Alexanderheide zum neuen Stadtteil Fliegerhorst. Erstmalig militärisch genutzt wurde das Areal im Jahr 1875, bis dort 1933 zunächst ein ziviler Flugplatz errichtet wurde. Im Rahmen der nationalsozialistischen Aufrüstung erfuhr der Flugplatz eine Umnutzung als militärischen Fliegerhorst für die Luftwaffe. Nach der Besetzung durch kanadische Truppen in 1945, nutzten und bauten die Briten den Fliegerhorst aus bis ihn die Bundeswehr im Oktober 1957 übernahm. Während die militärische Nutzung bis 2006 bestehen blieb, wurde der Flugverkehr in 1994 eingestellt.

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Umwandlung zum Stadtteil

In Vorbereitung der Konversion des ehemaligen Fliegerhorsts ermöglichte die Stadt Oldenburg Radtouren über das nicht öffentliche Areal für interessierte Bürger und Bürgerinnen sowie weitere Formate der Bürgerbeteiligung. Eine besondere Bedeutung kam der Stadtwerkstatt zu, bei der im Juni 2015 Schülerinnen und Schüler, Expertinnen und Experten gemeinsam mit repräsentativ ausgewählten Oldenburgerinnen und Oldenburgern Empfehlungen für die Entwicklung des Stadtteils erarbeiteten. Die Ergebnisse wurden anschließend in zwei Innovationscamps in konkrete Empfehlungen umgewandelt. Thematisch konzentrieren sich die Vorschläge auf die Bereiche: städtebaulichen Maßnahmen, Mobilität, Wasser, Energie sowie Zusammenleben im neuen Stadtteil. Im August 2016 beschloß der Rat den aus der Bürgerbeteiligung erwachsenen Masterplan. Teil des Masterplans ist u. a. das Smart City Quartier „Helleheide“, dessen Name sich aus „hell“, im Sinne des innovativen Quartierscharakters und „Heide“ als Bezug zur ehemaligen Gebietsbezeichnung Alexanderheide, zusammensetzt. Die Namensvergabe für das vier Hektar große Quartier bestimmte die Jury im Rahmen eines Ideenwettbewerbs.

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Baustart

Die Umsetzung der Bebauungspläne startete 2019 und markiert den Beginn der Entwicklung, in dessen Rahmen rund 950 Wohneinheiten, Schulen, Kitas und Gewerbeflächen entstehen. Die ersten der 3000 neuen Bewohner sollen hier bereits 2020 ihr neues Zuhause beziehen können. Die Wohnbebauung setzt sich zukünftig aus Ein-, Reihen- und Mehrfamilienhäusern mit 60 % gefördertem Wohnraum sowie Doppelhaushälften zusammen. Die im Herbst 2018 begonnenen Renaturierungsmaßnahmen des Flusses Ofenerdieker Bäke sowie Schaffung zweier Regenrückhaltebecken konnten im Herbst letzten Jahres fertiggestellt werden. Während die Gesamtentwicklung noch mehrere Jahre andauern wird, wird die vollständige Fertigstellung des ersten Bauabschnitts bis 2021 erwartet.

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