CORONA IN FRANKREICH: REGIERUNG ZAHLT FAHRRADREPARATUREN

Ein abgeschlossenes Fahrrad wartet in Paris auf seinen Besitzer. © Skitterphoto

Das französische Umweltministerium will die Corona-Krise als Startschuss für eine neue Fahrrad-Kultur nutzen und stellt dafür mindestens 20 Millionen Euro zur Verfügung. Die Gelder sollen in erster Linie dazu genutzt werden, Privatpersonen bei nötigen Fahrradreparaturen finanziell zu unterstützen. Konkret wird jeder Fahrradfahrer 50 Euro Rabatt auf eine entsprechende Dienstleistung erhalten. Die an der Aktion teilnehmenden Fahrradläden bekommen die Differenz im Nachhinein erstattet. Zudem sollen die Fördermittel für kostenlose Fahrrad-Sicherheitskurse genutzt werden können und die Installation von Fahrradstellplätzen bezuschussen.

Hintergrund der Aktion sind die angekündigten Lockerungen bei den Kontakt- und Ausgangsbeschränkungen. Die Pariser Regierung erhofft sich leerere Busse und Bahnen, wenn mehr Franzosen mit dem Fahrrad unterwegs sind. Eine sportliche Betätigung im Alltag soll gleichzeitig das Immunsystem stärken und die Menschen widerstandsfähiger gegenüber der Grippe machen. Die Beschränkungen sollen in Paris ab dem 11. Mai gelockert werden.

Fahrradprämie auch in Deutschland?

In Deutschland fordert die Linkenfraktion im Bundestag ein vergleichbares Programm und bringt eine Fahrradprämie ins Spiel: „Je mehr Menschen im Nahverkehr das Rad nutzen, desto leichter wird es, nach einer Lockerung der Kontakt- und Ausgangsbeschränkungen den Mindestabstand von 1,50 Meter in Bus und Bahn einzuhalten“, sagte der verkehrspolitische Sprecher der Linken, Andreas Wagner, der Deutschen Presse-Agentur. „Ich bin daher für eine Fahrradprämie oder Mobilprämie, die zur Finanzierung einer Reparatur oder Neuanschaffung eines Fahrrads genutzt werden kann“, so Wagner weiter.

Die Unionsfraktion reagierte eher skeptisch auf den Vorschlag von Andreas Wagner: „Ich halte diese Maßnahme nicht für sinnvoll“, sagte der verkehrspolitische Sprecher der CDU/CSU-Fraktion, Alois Rainer. „Sie kostet viel Geld – mehr als in Frankreich, da wir mehr Einwohner haben – und es ist nicht sicher, dass dadurch auch tatsächlich mehr Menschen als bisher regelmäßig das Fahrrad nutzen.“ Das Geld werde nun vor allem gebraucht, um Menschen in Kurzarbeit und in Not geratene Unternehmen zu unterstützen.

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