SEOUL: MIT DER CLIMATE-CORRECTING MACHINE FÜRS KLIMA

© Obra Architects

Ewiger Frühling

Mit der Installation „Perpetual Spring“, was auf deutsch so viel bedeutet wie „Ewiger Frühling“, setzten Obra Architects und Front Inc. mit ihrer „Climate-Correcting Machine“ ein Statement gegen die Klimakrise. Von geschichtlichen Ereignissen wie dem Prager Frühling 1968 und dem Arabischen Frühling 2010 inspiriert – der Frühling als Jahreszeit sozialer Umbrüche – erzeugt der Pavillon im Inneren ein frühlingshaftes Klima, um die Menschen zum Handeln zu animieren. Sie wollen mit ihrem Projekt auf die sich immer weiter zuspitzende globale Klimakrise mit Folgen wie dem Artensterben, Wasser- und Nahrungsknappheit, Wetterextreme usw. aufmerksam machen und die Menschen dazu anregen sich dem Problem entgegenzustellen.

Der Frühlingspavillon ist Teil der Ausstellung Architecture and Heritage: Unearthing Future des MMCA Seoul und kann vom 21. September 2019 bis 5. April 2020 auf dem Museumsvorplatz besucht werden. Er soll als einzigartiger Prototyp dienen, der die Stadtgemeinschaft zusammenbringt und die Problematik des Klimawandels vor Augen führen, Bewusstsein erzeugen und zugleich Handlungsaufforderungen geben soll.

 

© Obra Architects

Gesellschaftlicher Anstoß

Aus der Fassade des Pavillons stülpen sich 150 Halbkugeln mit einem Durchmesser von 90 cm bestehend aus Polycarbonat, welche an die vielfachen Augen von Insekten erinnern. Sie trennen den Innen- und Außenbereich von einander ab und lassen gleichzeitig Tageslicht ins Innere, wo es zur Temperatursteigerung in den kalten Jahreszeiten beiträgt. Technologisch ist das Perpetual Spring mit einer variablen Klimasteuerung ausgestattet. Diese umfasst Fotovoltaikmodule auf dem benachbarten Museumsdach, durch deren Versorgung die konstanten Klimaverhältnisse erzeugt werden können.

Ein konzeptionelles Highlight bildet ein speziell entwickelter Garten innerhalb der Installation. Des Weiteren werden die Besucher mit audio-visuellen Daten zum globalen Klima und der Umwelt versorgt. Die Architekten sehen ihr Projekt als Installation der Architektur, der Kunst, der Technologie und des Ingenieurwesens mit gesellschaftlicher Wirkung. Hierfür sei die Lage vor dem MMCA in Seoul eine optimale Voraussetzung, um eine große Reichweite und Wirkung der Botschaft zu erreichen. Der Pavillon ist in diesem Sinne als eine (wettergeschützte) Veranstaltungsfläche gedacht in der z. B. Musik– und Tanzperformances oder Diskussionsrunden stattfinden können. Eingeladene Gäste sollen besonders Themen rundum den Klimawandel und globale Gerechtigkeit diskutieren.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.