EINE TREIBENDE KRAFT FÜR DAS GENOSSENSCHAFTLICHE WOHNEN

© DGA Architekten, urban coop berlin eg

SOZIALER UND GESELLSCHAFTLICH ORIENTIERTER WOHNRAUM

Im Rahmen des ersten Bebauungskonzepts des Senats mit verschiedenen Bauträgern soll durch das Zusammenspiel aus Baugruppen, Genossenschaften, städtischen Wohnungsbaugesellschaften und sozialen Trägern eine funktionale und soziale Quartiersmischung entstehen. Für die erfolgreiche Entwicklung des 22 ha großen Areals verfolgt die Stadt eine Doppelstrategie: gemeinsame Entwicklung und Vermarktung der Bebauungsflächen durch die verschiedenen Akteure sowie die standortgerechte Nutzung, die mithilfe offener und transparenter Prozesse ermittelt wird. Die Konzeptvergabe für eines der Baufelder konnte das 2016 gegründete Projektentwicklungsunternehmen urban coop berlin eg im Jahr 2017 für sich entscheiden. Mit dem Ziel sozialen und gesellschaftlich orientierten Wohnraum zu schaffen, entwickelten sie ein modernes genossenschaftliches Wohnkonzept für die Gotenstraße 44-49, dessen Vorbilder bereits in der Schweiz realisiert wurden.

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NEUE UND ALTE WOHNFORMEN

Das Konzept ihres ersten Projekts sieht einen genossenschaftlichen Bau von 43 Wohnungen in Verbindung mit mehreren Gewerbeeinheiten im Erdgeschoss vor. Die Entwicklung dieses Konzepts orientierte sich an den Präferenzen der Anwärter und Anwärterinnen, welche künftig gleichzeitig zu Mitgliedern einer eigens gegründeten Bauträgergenossenschaft werden und schließlich auch die Verwaltung übernehmen. Die Genossenschaft verfolgt dabei keine Gewinnorientierung und verfügt über eine zeitlich unbegrenzte Nutzung des Gebäudes, dessen Grundstück über Erbbaurecht von der Stiftung trias und den Hannoverschen Kassen gepachtet wird. Weitere Besonderheit des Konzepts ist das Angebot an Wohnformen und die damit verknüpfte Architektur: Im Gebäude werden verschiedene Wohnungstypen verankert, dessen Grundrisse von Ein- und Mehrzimmerapartments bis hin zu sogenannten „Clusterwohnungen“ reichen. Diese Clusterwohnungen zeichnen sich durch kleine Privatapartments samt eigenem Bad sowie ggf. eigener Kochnische aus und sind über einen geräumigen, gemeinsam genutzten Wohnraum verbunden. Dennoch bieten beide Wohneinheiten dank ihrer privaten Räumlichkeiten und getrennten Wohnungszugänge Privatsphäre. Weitere großzügig angelegte Gemeinschaftsflächen, wie Gemeinschaftsräume, Balkone, eine Dachterrasse und ein Garten, übertragen das Prinzip des gemeinschaftlichen Lebens und ein Gefühl von Familie in den neuen Wohnkomplex. Sie bieten den Bewohnern umfangreiche Aufenthaltsmöglichkeiten, ohne sich eine große Wohnung mieten zu müssen. „Das klassische Familienwohnkonzept hat in unserer Gesellschaft an Dominanz verloren. Wir erkennen dennoch einen Wunsch nach Gemeinschaft und anderen Formen des Zusammenlebens“, beobachtet Robert Ostmann, Vorstand der urban coop berlin egKnapp ein Drittel der Wohnungen werden für Betreute des sozialen Trägerverbunds ZiK gGmbH zu einer Kaltmiete von 6,50 Euro/mzu Verfügung gestellt, die restlichen Wohneinheiten staffeln sich je nach Gebäudelage zwischen 9,51 Euro bis 14,35 Euro/m2. Mit diesem Konzept verfolgt die urban coop das Ziel, bezahlbaren Wohnraum im kaum noch bezahlbaren Berlin zu schaffen.

URBAN COOP BERLIN

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Mit ihrem Know-how und Engagement unterstützt die urban coop berlin die Menschen, die ihr neues Zuhause mitgestalten möchten, aber vielleicht nicht über die Zeit oder die Kompetenzen verfügen, die ein solches Vorhaben benötigt. Mit ihrem genossenschaftlichen Projekt in der „Schöneberger Linse“ erhält urban coop berlin die Möglichkeit, sich zu beweisen und das genossenschaftliche Wohnen als zukunftsfähiges Konzept in Deutschland wieder populär zu machen.

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