EIN AQUARIUM FÜR NEW YORK

New York ist die Stadt die niemals schläft. Und doch fungiert ein eingeschlafenes, verborgenes Hafengebiet als Grenze zwischen East River und der 11th Street Basin. Das Büro arch out loud hat für dieses Gebiet einen offenen Ideenwettbewerb ausgeschrieben und Studenten sowie professionelle Designer dazu aufgefordert die Typologie des Gebietes für die Öffentlichkeit neu zu definieren.

Der Bedarf nach öffentlichen und kulturellen Infrastrukturen am Wasser wird insbesondere vor der steigenden Privatisierung öffentlicher Hafengebiete in New York immer dringlicher. Da die Stadt jedoch bereits mit zahlreichen öffentlich-kulturellen Stadträumen und Einrichtungen ausgestattet ist, stellt sich die Frage, wie ein leicht zugänglicher und dennoch einzigartiger öffentlichen Raum am Wasser ausgestaltet sein müsste. Aus diesem Grund hat arch out loud innerhalb der Wettbewerbsausschreibung die Integration eines einzigartigen öffentlichen Aquariums angestrebt.

556 Teilnehmer, 178 Entwurfsvorschläge aus 40 Ländern und sechs Kontinenten stellten sich den Herausforderungen der Wettbewerbsaufgabe. Sie kämpften mit topographischen Herausforderungen, Aspekten des Hochwasserschutzes und den ganz verschiedenen Ansichten davon, was ein Aquarium eigentlich ist und wozu es im Kontext von Stadtgestaltung werden kann.

Gewinner des offenen Wettbewerbes ist der Entwurf NYC AQUATARIUM – eingereicht von Piero Lissoni, Miguel Casal Ribeiro, Mattia Susani und Joao Silva aus Mailand, Italien. Ihr Entwurf transformiert das eingeschlafene Hafengebiet in ein ganz neues dynamisches Stadtsystem, das mit der vorhandenen Umgebung interagiert und zahlreiche Möglichkeiten aufzeigt, die sogenannte Water World auszukundschaften und zu erleben. Die Water World besteht aus acht „Biomen“ genannten Kuppeln. Vier der Kuppeln repräsentierten die Ozeane (Atlantik, Pazifik, Indischer Ozean und Antarktischer Ozean) und weitere vier Kuppeln repräsentieren die vier Meere (Karibisches Meer, Mittelmeer, Tasmanische See und Rotes Meer) während Nord- und Südpol durch einen gut sichtbaren Eisberg im Zentrum des Atriums präsentiert werden.

Bildschirmfoto 2016-08-25 um 17.22.24Die Idee hinter dem Entwurf ist die Kreation einer städtische Umgebung, in der die Besucher das Gefühl bekommen in die Schönheit der Meereswelten eintauchen und sich in ihr verlieren zu können.

Das Entwurfsgebiet wurde ausgehoben und wird auf diese Weise zu einem großen, einzigartigen Wasserbecken, innerhalb dessen das Aquarium und das Meereszentrum eingetauchte Inseln darstellen, die über Fußwege zugänglich sind. Eine abfallende Strandpromenade entlang des East Rivers überdeckt den Parkbereich und erzeugt einen panoramaartigen öffentlichen Raum. Eine Promenade umgibt zudem das gesamte Wasserbecken und wird zu einem schwimmenden Ring, der die zwei Gewässer miteinander verbindet und gleichzeitig das Aquarium sowie die grüne Insel umgibt. Die grüne Insel hat neben der Funktion als öffentlich zugängliche Grün- und Naherholungsfläche die eines Daches für die Aquarien. Auf diese Weise schützt es bei Bedarf die Kuppeln und die Arena wird für Besucher bei schlechtem Wetter zu einer Art Planetarium.

Der Siegerentwurf beweist, dass auch in einer Stadt wie New York, die von zahlreichen öffentlichen und kulturellen Stadträumen profitiert noch neue Ansätze für öffentliche zugängliche Naherholungs- und Erlebnismöglichkeiten an bislang verborgenen Ecken geschaffen werden können.


arch out loud

Das Büro arch out loud hat sich zum Ziel gesetzt Designern einzigartige Möglichkeiten zu eröffnen, die aktuellen Herausforderungen mit denen unsere Umwelt zu kämpfen hat, zu erkennen und weltverändernde Lösungen für diese Probleme zu entwickeln.

arch out loud wurde gegründet, um offene Ideenwettbewerbe zu organisieren, innerhalb derer Designer ihre Ideen und Entwürfe für eine bessere und zukunftsorientiere Welt einreichen und unter Beweis stellen dürfen. Die offenen Ideen Wettbewerbe sind ein etwas anderer Weg um entgegen der konventionellen Methoden neue und bessere, alternative Lösungen im Designbereich aufzudecken. Auf diese Weise kommen meist Potentiale in den Designern zum Vorschein, die auf anderem Wege zumeist übersehen werden.

Innerhalb des out loud journals wird den Einsendungen aus aller Welt regelmäßig eine Plattform geboten. Das journal hinterfragt was Architektur sein kann und welche Relevanz Architektur für die Gesellschaft hat.

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