SAN FRANCISCO: NEUGESTALTUNG DER PIERE 30-32

© Heatherwick Studio

Mit dem Projekt The Cove revitalisiert das Team EPX2 bestehend aus Earthprise, Sares|Regis, dem Londoner Architekturbüro Heatherwick Studio sowie Experten und Expertinnen im Bereich Hafenentwicklung zwei verfallene Piere in San Francisco in einen modernen Arbeitscampus samt Parkanlage. Ihr Design nimmt dabei nicht nur Bezug zum historischen Bezirk Embarcadero und den kalifornischen Küsten, sondern gewährleistet zukünftig auch verbesserten Schutz vor Erdbeben und den Klimawandel bedingten Anstieg des Meeresspiegels. Gleichzeitig sollen die neuen Piere Lebensraum für Flora und Fauna sowie nachhaltige Anforderungen erfüllen.

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Piere 30-32

Nach dem Loma-Prieta-Erdbeben im Jahr 1989 erlebte der Hafen San Franciscos eine Renaissance. Mittlerweile besuchen jährlich mehr als 24 Millionen Einheimische und Touristen die vier Meilen lange Uferpromenade von Embarcadero. Trotzdem sind die Piers noch heute von Leerständen, nicht vollständig genutzten oder für die Öffentlichkeit unzugänglichen Bereichen geprägt. Zu diesen Potenzialflächen zählen auch die 108 Jahre alten Piere 30-32, die sich derzeit in einem schlechten Zustand befinden und keinen ausreichenden Schutz vor den Auswirkungen des Klimawandels bieten.

Der Bezirk Embarcadero wurde vom National Trust for Historic Preservation auf die in 2016 erstellte Liste der am meisten gefährdeten historischen Stätten Amerikas aufgenommen. In diesem Sinne soll sich das Konzept von EPX2 an den ehemaligen Gebäuden der Piere 30-32 orientieren und den Charakter des historischen Distrikts Embarcaredo einfangen.

Resilienz

Um den bereits genannten Schutz vor Erdbeben und dem steigenden Meeresspiegel zu gewährleisten, werden die Piers mithilfe von resilienter Gebäudetechnologie entwickelt, ohne ihren historischen Charakter zu verlieren. Die durchgeführten Untersuchungen von Earthprise in diesem Bereich bilden die Grundlage für The Cove. Dementsprechend sieht das Design die vollständige Ersetzung des 108 Jahre alten Piers, dass die FEMA Base Flood Elevations sowie heutige Bauvorschriften nicht erfüllt. Das neue höhere und modernere Pier erfüllt diese Standards nicht nur, sondern bieten auch bei dem prognostizierten Anstieg des Meeresspiegels Sicherheit. Gleichzeitig verfolgt das Projekt nachhaltige Prinzipien und soll auch eine Attraktivität für die Stadt schaffen.

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Work & Green

Im Rahmen des Projekts entsteht das neue, weniger Raum fordernde Pier mit zwei Gebäudekomplexe als Work-Campus und eine fünf Hektar große Parkanlage. Das modulare Design der Gebäude erlaubt die flexible Nutzung durch einen oder mehrere Mieter sowie eine kleine Anzahl an Einzelhandelsflächen und soll nach der Fertigstellung rund 15.000 direkte, indirekte und induzierte Arbeitsplätze bieten. Im großzügigen Park sollen einheimische Bäume und Dünengräser gepflanzt sowie ein schwimmendes Feuchtgebiet integriert werden. Von der Promenade aus wird der Park sowie ein multifunktionaler Platz über einen fußgängerfreundlichen Weg erreicht. Mit dem umfangreichen und nachhaltigen Konzept strebt das Team eine Netto-Null-Kohlenstoffbilanz sowie die Zertifizierung durch das International Living Future Institute an. Die Abstimmung des Entwurfs und seiner Realisierung mit dem Embarcadero Seawall Programms, eine Initiative zum Schutz des Hafengebiets vor Erdbeben und dem Anstieg des Meeresspiegels ist für den Erfolg des Projekts unerlässlich. In Zukunft soll das Konzept noch weiterentwickelt werden.

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